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Beyoncé und der Feminismus
Wer hat heute Geburtstag? Beyoncé! Sie wird 33 Jahre alt und ihre Art Feminismus ist mindestens 10mal so alt.

Als sie bei den VMAs diesen Jahres aufgetreten ist, kam mir so ein kleines bisschen Kotze hoch. In meinem Buch ist Miley Cyrus ein viel besseres Vorbild für moderne Frauen* als Beyoncé. Hier habe ich bereits ein bisschen abgelästert über die seltsamen Widersprüche in ihrer Logik bezüglich Feminismus etc. aber noch hatte sie es sich nicht so dermaßen auf die Fahnen oder Bühnenleinwände geschrieben wie vor ein paar Wochen. Bei den VMAs hat sie einen unendlich langen Auftritt hingelegt und am Ende von ihrem Mann und ihrer Tochter den most awesome entertainer of the world award (oder so) bekommen. Zufall? Sind die Verkäufe des Albums so schlecht, dass nur eine eins-zu-eins-Vorführung noch helfen kann? Egal, die eigentliche Ohrfeige war nur dieser eine Moment, den wir oben am Bild sehen: Beyoncé als die Oberfeministin, die über ein Zitat von sozialer Gleichstellung der Geschlechter in ihrem Glitzerbody über Sex mit ihrem Mann singt. Im Übrigen ist sie so aufgewacht: flawless. Am Anfang dachte ich, das ist vielleicht empowerend zu verstehen, im Sinne von: egal wie ich aufwache, ich bin toll. Ich lag ein bisschen falsch weil Beyoncé einfach so aufwacht wie die Welt sie braucht: ohne Fehler.

Dazu zählt nichts weiter als: viel Geld machen, eine intakte und gesunde Familie haben, an Gott glauben. Flawless. Sich abrackern, auf der Bühne stehen, sein Kind füttern, then get back to business. Flawless. So wird man auch eine gute Feministin: sich verhalten wie ein emanzipierter Mann. Flawless. Ein emanzipierter Mann in einem Glitzerbody mit einer erfüllten Sexualität, die man durch räkeln und Hüftenwackeln ausdrückt that is. Und es ist auch kein Problem so Wörter wie „bitch" absolut regelmäßig in seinen Liedern zu verwenden. Flawless.

Ach Beyoncé, whatever you are selling, i am not buying. Mir liegt es VIEL näher nackt auf einer Abrissbirne über eine kaputte Beziehung zu quaken als von meinem Nachwuchs einen Preis für die Leistungen in meinem Job anzunehmen.

Wir hatten das in den 90ern mit den Spice Girls, die Feminismus in seiner absolut vereinfachten Variante des ‚girl power' vermarktet haben. Auch das hatte einen besseren Einfluss auf heranwachsende Mädchen als, sagen wir, Robin Thicke. Dennoch kein Grund sich in unendlichem Lob zu üben. Wir lernen von Beyoncé hauptsächlich: auch DU kannst die Doppelbelastung schaffen. Danke Beyoncé, für nothing much. Trotzdem Bussi.