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Depression? Nudelsalat.
Soll ich euch etwas über Ernährung mit Depression erzählen? Nun, bei mir ist es so: meine Depression hält mich davon ab, mich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Das liegt einfach daran, dass ich kein Interesse an IRGENDWAS habe, schon gar nicht Instandhaltung des eigenen Körpers. Es wäre gerade bei einer Depression ziemlich wichtig, seinem Körper ab und zu etwas gutes zu tun und ihm Nährstoffe zu geben, doch die Krankheit selbst hält einen davon ab.

Beispiel mit Salat, Kidneybohnen, Gurke, Mozzarella

Man hat keine Lust, in den Supermarkt zu gehen. Falls man diese Hürde doch mal schafft, kann man nicht weiter als 10 Minuten denken und kauft sich genau das, auf das man gerade Lust hat (oder zumindest das, was am wenigsten abstoßend ist). Das ist meistens eine Tiefkühlpizza oder ein fertig belegtes Brot. Im schlimmsten Fall ist es eine 300g Tafel Schokolade und ein Trinkjoghurt. Bei jeder Mahlzeit ist es dann das selbe. An etwas wie „Vorrat" oder „Kochen" ist nicht zu denken. Allerdings kommt dann eventuell noch eine Geldproblematik hinzu – dann gibt es außer Nudeln mit Ketchup nix.

Beispiel mit Radieschen, Tomaten, Bohnen, Emmentaler

Ein paar Monate geht das vielleicht noch gut. Irgendwann ist mir meine Ernährung dann aber auf den Keks gegangen und ich wollte mir irgendeinen Trick überlegen, wie ich mich selbst überlisten kann. Die Schwierigkeit aus dem Haus zu gehen konnte ich mir nicht erleichtern, aber mir ist ein Gericht eingefallen, das funktioniert: Nudelsalat. Nicht jeden Tag. Nicht immer. Aber trotzdem ist das für mich die bisher beste Lösung, um ein bisschen frisch, ein bisschen gesund, ein bisschen vitaminreich zu essen. Here's why:

1. Man muss außer den Nudeln nichts kochen. Nudeln kochen ist einfach. Man kann kaum etwas falsch machen. Zur Not lässt man die Nudeln weg.

2. Die restlichen Zutaten werden entweder gewaschen und geschnitten oder aus der Dose genommen. Vorm Gemüseregal kann man sich zwischen Radieschen, Gurken, Paprika, Tomaten und dergleichen entscheiden. Dann macht man einen Schwenk zum Dosenregal und nimmt Bohnen, Linsen, Mais oder Kichererbsen. Zeug aus Dosen ist auch gesund! Tiefkühlerbsen sind auch immer eine gute Idee.

3. Die vollkommene Geschmackserweckung ist natürlich nur durch Käse zu erreichen. Mozzarella wird zwar schnell fad, aber man kann auch einen Cottage Cheese nehmen und ihn druntermischen.

4. Zum Schluss ordentlich Salz, Öl und Essig. Fancy Kräuter wären Luxus, aber jeder hat doch abgelaufene Gewürzmühlen im Schrank stehen, die endlich aufgebraucht werden sollten.

Beispiel mit Bohnen, Erbsen, Mozzarella, Tomaten

Und so hat man am Ende eine Schüssel voller Zeug, das für die nächste Mahlzeit reicht und einem ein kleines, gutes Gefühl gibt. Ein bisschen Abwechslung gibt einem die Illusion, dass etwas im Leben weitergeht und man die simplen Dinge im Leben vielleicht doch allein meistern kann.