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Muttiblog: Das Kleid ist nicht der Feind
Immer und immer wieder wurde mir prophezeit: „Warts nur ab, die Mädchen wollen ab einem bestimmten Alter nur mehr Prinzessinnenkleider tragen, das ist einfach so, das können auch gender-aware Eltern nicht verhindern". Bei dem Kleider-Punkt sind wir mit unserer Tochter nun tatsächlich angekommen. Morgens will sie nur Kleider anziehen, abends will sie die dreckigen Kleider (auf der Straße rumliegen macht Grauschleier) nicht ausziehen. Es ist aber auch kein Wunder, bekommt sie doch darauf überdurchschnittlich viel positives Feedback, Niedlichkeitsbekundungen, Komplimente von allen Seiten. Sowas schüttet Lusthormone aus. Ist ja bei uns Erwachsenen nicht anders, in der Regel tragen wir auch lieber Sachen, für die wir von anderen Komplimente bekommen. Die Pandakappe kommt übrigens ähnlich gut an und wird fleissig kommentiert, bei Fremden auf der Straße, Nachbar_innen und unseren Freund_innen. Auch die Pandakappe ist mittlerweile ein Must-Have-Accessoire für unsere Tochter.

The dress is not the enemy.

Gut finde ich die Entwicklung, sowohl in meinem Real Life-Umfeld als auch in meiner Muddi-Timeline auf Twitter: immer mehr Jungs dürfen Kleider tragen, in manchen Fällen ist das ihr ausdrücklicher Wunsch, in manchen werden sie einfach selbstverständlich in den Kleiderschrank gelegt. Die Dinger sind ja auch irre praktisch, gerade im Sommer. Bequem sollten sie halt sein, aus angenehmen Materialien und dreckig sollen sie werden dürfen. Je nach Wetter noch eine Leggings drunter und das Kind kann sämtliche Bäume und Klettergerüste beklettern, Fußballspielen und alles, was in Hosen sonst noch gemacht wird.