laura

7 Comments

  1. katja
    Sep 28, 2013 @ 15:43:27

    Ich finde die Quotendebatte aus genau den von dir geführten Gründen andererseits aber schon sinnvoll. Ich bin auch sehr weit davon entfernt, eine Quotenfrau zu sein, jedoch ist ja eben genau der Punkt, Frau ebenfalls in den für uns unguten Positionen als Cheffin und somit Herrscherin und Unterdrückerin – Systemgewinnerin – zu sehen. Also Frauen und Männer, die für eine Frau arbeiten, sehen Macht eher genderneutral als diejenigen, die nur Männer in diesen Positionen erleben. So kann es passieren, dass die wahre „Natur“ (mir fällt gerade kein anderes Wort ein) der Macht besser gesehen wird und die Führungskraft an sich… und andererseits – bei den weniger arschlöchigen Firmen z.B., oder sagen wir in der Politik oder sonstwo – kann es auch dazu kommen, positive und mächtige Vorbilder zugleich zu erhalten. Denn es kann ja sein, dass ein Schulmädchen sind mal denkt, es möchte einen Konzern leiten, und dann hat es eben ein Vorbild, ist doch schön. Was wir davon halten, kann dem Kind ja wurscht sein. Es freut sich. (Fänd ich ok.)

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    • laura
      Sep 28, 2013 @ 15:57:43

      Also der erste Argument verstehe ich nicht ganz. Willst du damit sagen, der Kampf um Quoten ist sinnvoll, weil diese uns, wenn verwirklicht, zeigen können, dass Frauen nicht „von Natur aus“ anders/besser sind? Das würde ja eine sexistische Anschauung a la „Frauen sind anders/besser“ voraussetzen, und für deren Wiederlegung brauch ich aber Argumente, keinen Kampf um Quoten.
      Aber ich weiß nicht, ob du das sagen wolltest.

      Zum zweiten: Ich möchte nicht, dass Kinder egal welchen Geschlechts sich wünschen, Konzerne zu lenken, also Menschen, Frauen wie Männer, im Namen der Profiterzielung zu kommandieren. Anders: Ich möchte keine Gesellschaft, wo so was als „vorbildlich“ gilt. Insofern wäre es eher eigenartig, würde ich dafür kämpfen, Mädchen *solche* Vorbilder zu präsentieren. Nix gegen positive Identifikationsfiguren – im Gegenteil: sind wichtig -, aber ich seh halt anderes als positiv an (Frauen, die kämpferisch gegen Menschenfeindlichkeit aufstanden/-stehen in Geschichte und Gegenwart).

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  2. laura
    Sep 28, 2013 @ 16:04:12

    Noch eine Ergänzung: Ich lehne die Quotendebatte des Mainstreams ab. Also den Kampf um Führungsetagen in „der Wirtschaft“. Aber innerhalb politischer Zusammenhänge sehe ich die Quotenfrage etwas anders: Wenn zu beobachten ist, dass z.B. auf Plena / Besprechungen / Diskussionen in der Regel nur Männer zu Wort kommen, dann bin ich für Maßnahmen, die Frauen dabei unterstützen, sich einzubringen (quotierte Redner_innenliste u.Ä.). Schon alleine deshalb, weil in Debatten, in denen manche sich nicht trauen / nicht dazu kommen, ihre Argumente vorzubringen, nicht gewährleistet ist, dass sich das beste Argument durchsetzt.

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  3. carla
    Sep 29, 2013 @ 12:04:30

    ich stelle mir theoretisch männerquoten für teilzeitjobs im handel, in friseurläden und für kinderbetreuungsberufe gut vor. aber es wäre auch zynisch, praktisch soll niemand für so wenig geld arbeiten müssen.

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    • laura
      Okt 01, 2013 @ 10:26:04

      Ich fände es gut, wenn jede_r das arbeiten kann, was ihm oder ihr taugt – und zwar ohne dass sich durch die Tätigkeit ein Nachteil für die Person ergibt (ausgenommen menschenfeindliche Aktivitäten). Aber ich sehe nicht, dass das in dieser Gesellschaft realisierbar ist.

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  4. Ella
    Sep 29, 2013 @ 16:02:02

    Ich finde den Kommentar zwar zum Nachdenken anregend, aber es ist ja nicht gerade so, dass Frauen (und dazu zähle ich auch Feministinnen) nicht Bescheid wüssten über die Ungerechtigkeit der Gesellschaft, zumindest nicht weniger als Männer. Und natürlich wäre eine Gesellschaft mit weniger großen oder keinen Arm-Reich-Schere wünschenswert, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach.
    Allerdings finde ich, dass die Frauenquote auf etwas Anderes abzielt: Nämlich, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden. In dem Fall meine ich, dass „gleich gut UND gleich schlecht“ eine treffende Beschreibung ist – denn auch Männer in Führungspositionen berücksichtigen nicht die in der Jobhierarchie unter ihnen stehenden Männer. Weiters hätte ich (bei voller Geschlechtergleichstellung) auch nichts gegen ein Pflichtjahr für Frauen einzuwenden; so etwas gehört zur Gleichbehandlung eben dazu. Um zum Punkt zurückzukommen: Dass es generell eine Arm-Reich-Ungerechtigkeit gibt und dass Leute von oben Leuten von unten nichts helfen, fährt meiner Meinung nach einfach eine andere Schiene als die Ungleichberechtigung von Frauen gegenüber Männern, die so gut wie jede Schicht betrifft. Und daher bin ich dafür, weiterhin Quotenfrauen zu haben – wünschenswert wären allerdings auch die Wertschätzung von gesellschaftlich „niedrigen“, frauendominierten Berufen, um dort auch eine Gleichstellung zu garantieren. Das wäre doch schon ein guter Schritt zur Gleichstellung aller Menschen im Gesellschaftsapparat.

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    • laura
      Okt 01, 2013 @ 10:24:32

      Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte, ich war die letzten Tage kränklich.

      Was sich mir nicht erschließt, aber ein großer Wert zu sein scheint, ist die Gleichbehandlung. Ich sehe das ja ein, wenn es darum geht, dass es allen gut gehen soll, im Sinne von: allen soll es gut gehen, niemand wird bevorzugt, da achten wir drauf. Aber ich verstehe das Hochhalten der Gleichbehandlung nicht, wenn es nur um die „gerechte“ Verteilung auf die gesellschaftlichen Hierarchien geht. Weil ich schlicht bestreite, dass ich davon was habe. Das ist eine Politik, die mir genau nichts bringt. Und, Behauptung, da bin ich nicht alleine. Da bringen mir Kämpfe um Mietobergrenzen, kostenlose Kinderbetreuung, höhere Löhne und mehr Mindestsicherung etc. wesentlich mehr.

      Mir ist das Quotending zu bescheiden, weil auch wenn das verwirklicht ist, geht es mir mies. Ich hab doch, materialistisch gesehen, also in Bezug darauf, was bei mir im RL ankommt, überhaupt nichts von so einer Politik. Warum also soll ich dafür kämpfen?

      Wertschätzung niedriger Berufe: Ich behaupte, Wertschätzung brauchen Menschen in dieser Lage nicht. Weil davon können sie sich auch nichts kaufen. Was die brauchen, ist mehr Lohn, oder – noch besser – eine andere Wirtschaftsweise. Aber doch nicht Wertschätzung a la „Toll, dass du dich aufopferst!“, wie es auch die ÖVP regelmäßig von sich gibt, wenn sie wieder mal lobt, dass Frauen prekärst Pflegearbeiten verrichten usw.
      Weil erstens tun sie das nicht freiwillig, sondern weil sie keine andere Wahl haben, zweitens ist es dumm sich für was aufzuopfern, von dem man andauernd geschädigt wird (in Wahrheit ist Aufopfern sowieso dumm).

      Damit noch zum Pflichtjahr: Da bin ich natürlich dagegen, und ich unterstütze auch jeden Mann, der sich dem entzieht. Alleine dass es sich um ein Pflichtjahr handelt, sagt doch schon, dass das etwas ist, wovon man nichts hat. Wäre dem nicht so, müsste es nicht verpflichtend sein, weil die Menschen den Zweck dann wohl teilen würden, wäre es doch zu ihrem besten.
      Pflichtjahr heißt, du wirst zu was gezwungen, was du nicht willst, und nein, als Feministin wünsche ich das keiner Frau. Meine Aufgabe als Feministin sehe ich nicht darin, für Verschlechterungen für Frauen zu kämpfen – nur weil das der Verwirklichung des abstrakten Werts Gleichbehandlung dient.

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